Konzert: Amon Amarth und Dimmu Borgir
Ich gehörte zu den glücklichen Teilnehmern des heutigen Veranstaltungsabend, die sich schon im Vorfeld um Karten gekümmert hatten, die beiden skandinavischen Kapellen zu sehen. Nicht schlecht staunend erreichte ich nämlich lange nach Einlass die Szenerie, wo gleich ganze Rotten von schwarzgekleideten Herren in Kunstledermänteln verzweifelt vor dem Eingang standen, mich einer nach dem anderen frustriert um Karten bettelnd. Das überraschte mich ein wenig, da ich die Fanschar von Paradise Lost als größer eingeschätzt hatte, die an selber Stelle vor drei Wochen (Konzertbericht) aber die kleine Halle nur knapp voll kriegten.
Unter den Augen Odins im Pakt mit dem Teufel
Nun, ich wurde nicht schwach und zog es vor, mich selbst von den Qualitäten von Amon Amarth und Dimmu Borgir zu überzeugen. Zunächst kam ich aber noch dazu, die letzten Töne von Engel zu hören. Eine gewisse Affinität zu einer deutschen Industrialkapelle die eine Single gleichen Namens hervorbrachte ist den Stockholmern nicht abzustreiten, musikalisch manifestiert sich das allerdings weniger, obwohl sich die Kollegen selbst als “Industrial/Metal Band” bezeichnen - nun Metalcore triffts wohl eher. In bleibender Erinnerung wird man so jedenfalls bei mir nicht bleiben.
Kurz darauf folgte Amon Amarth; Blöße gab man sich keine, mein Fall sind die Schweden aber nicht. Ich ertrage nur ein gewisse Maß an Viking Metal und das ist nach dem heutigen Abend dann auch wieder erschöpft. Dem restlichen Publikum schien es mehr als zu gefallen, immerhin schien die Stimmung zu kochen. In der Tat waren wohl gar nicht wenige wegen eben den Herren gekommen, so zeigte man sich sowohl begeistert als auch textsicher während des Auftrittes. Spannend fand ich jedoch, dass man Amon Amarth, immerhin Co-Headliner mit fast der selben Spielzeit wie Dimmu Borgir nachher, ebenso wie Engel zuvor nur einen kleinen Teil der sowieso schon kleinen Bühne im Planet Music nutzen durften.
Nundenn, nach einer Stunde und fünfzehn Minuten wars um die Mannen von Odin geschehen und düstere Stimmung zog auf. Dimmu Borgir betrat kurz vor 22:00 die Bühne, wie gewohnt im düsteren vernebelten Kaltlicht, begleitet von sphärischen orchestralen Klängen und ein wenig Show. Die blass wirkenden Kollegen zierten sich alsdann auch nicht lange und begannen knapp eineinhalb Stunden eine Auswahl ihrer besten Stücke zum besten zu geben. Gerade hält man offensichtlich das zuletzt erschienene “In Sorte Diaboli” (Review) für die Krönung des Schaffens und wählte daher gut zwei Drittel des Albums auf die Setlist. Das begeisterte mich natürlich wenig, ich konnte es aber verkraften, nachdem ich auch mit einer Auswahl der (orchestralen) Alben mit komischem Namen bedacht wurde. Gesprächig zeigte sich Herr Shagrath nicht, nichts anderes hatte ich aber erwartet und hielte das bei Schwarzmetall Kapellen auch für unangebracht. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, obwohl die natürlich um einiges geladener war als zuvor.
Ton und Licht fand ich in Ordnung, den Bühnenaufbau gewagt (Keyboard und Schlagzeug in den dunklen unbeleuchteten Ecken) und die Animationen bzw. Filmszenen im Hintergrund fand ich auch passend. Alles in allem konnte ich mit dem Abend zufrieden sein, wenn auch die Setlist für meinen hätte Geschmack besser ausfallen können.
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Es ist zwar nicht meine Art Blogs von Leuten die ich nicht persönlich kenne zu kommentieren.
Aber ich muss dir in der Sache “[…] , wenn auch die Setlist für meinen hätte Geschmack besser ausfallen können.”, recht geben. Nach ca. dem sechsten Lied wurde es…”zach”…
mfG
muhbaer - 2. November 2007 um 19:27