Defcon: Atomkrieg für zu Hause
Globaler thermonuklearer Krieg - ein im Kalten Krieg geprägter Begriff, der damals immanent präsent war. Angesichts der penetranten Schwafelei zum Thema “Krieg gegen den Terrorismus” in- und ausländischer Politiker heute allerdings ein etwas vergessener Begriff. Der eine oder andere erinnert sich bestimmt noch an den absolut sehenswerten und empfehlenswerten Film “WarGames” zum Thema. Eher zufällig entdeckte ich jetzt das zugehörige Spiel.
WarGames reloaded
In einer Zeit, wo der halbwegs interessierte Filmseher unerträglich stupide und völlig weltfremde Darstellungen im Sinne geistiger Ausrutscher wie “Hackers” und “Passwort: Swordfish” hinter sich gebracht hat, wirkt erwähnter Film geradezu wahrheitsgetreu. Schlüsselszene jenes Films aus dem Jahr 1983 ist die Szene, in der der Hacker David Lightman das vermeintliche Spiel “Global Thermonuclear War” auf einem US-Regierungsserver startet. Über zwanzig Jahre später, kann dies nun jeder tun - garantiert als Spiel.
Heute heißt das Spiel “Defcon”, angelehnt an den gleichnamigen Verteidigungszustand des US-Militärs und wurde von Introversion Software publiziert. In jeglicher Hinsicht eine ungewöhnliche Spieleschmiede, die selbst mich, einen bekennenden Spielemuffel, zum spielen bewegen kann. Die letzten “Schlafzimmerentwickler” kennt der eine oder andere bestimmt schon als Hersteller des Hackerspiels “Uplink“, ebenfalls sehr zu empfehlen, falls noch nicht bekannt. Nur konsequent für die ungewöhnliche Philosophie der Firma ist es, portabel zu programmieren, so gibt es neben Windows und Mac wie selbstverständlich eine Linuxversion und das alles zu einem mehr als fairen Preis.
Das gesamte Spiel findet auf einer vektorisierten, abstrahierten Weltkarte statt und erinnert stark an die Computergrafik der 80er Jahre (Screenshots 1, 2). Ziel des Spieles ist die Vernichtung der Gegenseite, mit jedem verfügbaren Mittel. Dazu stehen diverse taktische Möglichkeiten zum Erstschlag und Raketenabwehr zur Verfügung, etwa Raketensilos, U-Boote und Bomber. Pathetisch heißt es auf der Homepage des Spiels:
It’s Global Thermonuclear War, and nobody wins.
But maybe - just maybe - you can lose the least.
Das trifft auch ganz gut das Spielziel: totale Vernichtung des Feindes und selbst dabei am wenigsten verlieren, gewinnen kann dabei sowieso niemand. Zugegeben, das ist sicher kein Spiel, das ich jetzt auf Dauer spielen werde, aber kurzfristig hilft es gut den Kopf nach einem gestressten Tag (oder auch mehr) freizukriegen, immerhin kann man dort sehr plakativ das Leben von Millionen Menschen auf Knopfdruck beenden - insbesondere mit dem richtigen Soundtrack dazu (Wumpscut *hint hint hint*).
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Bleibt mir nur zu erwähnen, dass es bereits vor mehr als 15 Jahren bereits ein Spiel unter anderem Namen (der mir leider gerade entfallen ist) gab, dass versuchte das “Spiel” im Film möglichst originalgetreu nachzustellen.
Die, oben angeführten, Screenshots lassen vermuten, dass es sich um das selbe Spielprinzip mit aufgebohrter Grafik handelt. Wann immer ich das ursprüngliche Spiel mal wieder in meinem Amiga-Emulator zum Laufen bringe, stellt sich schnell Ernüchterung ein und ich werde mal wieder daran erinnert, dass ‘Wargames’, der Film genial… doch das Spiel leider nur mäßig spannend war.
Jan K. - 3. Mai 2007 um 13:11
Mäßig spannend - ja. Wie erwähnt, das ist kein Spiel das auf Dauer Freude bereitet. Ich hätte noch erwähnen sollen, dass einen Mehrspielermodus über LAN gibt, der bringt Abwechslung.
Arno - 3. Mai 2007 um 15:35
Das Spiel ist wirklich sehr gut gelungen! Jedoch muss man sagen das es recht Strategielastig und auch teilweise recht lange dauert!
helios - 22. Juni 2007 um 17:09
[…] EDIT (22/06/07): Hier hab ich noch einen “detailierteren” Bericht gefunden. Teile und genieße Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können. […]
pwnzone » Blog Archiv » Thermonuklearer Anschlag gefällig? - 22. Juni 2007 um 17:11